Mario und der Zauberer 09.03.2027, 19:00
Ein Hypnotiseur entfesselt Faschismus und Willenlosigkeit im Italien der 1920er Jahre.
Theater am Ring
Das Haus deines TerminsWorum es geht
ab 13 Jahren Schauspiel nach der Novelle von Thomas Mann in einer Fassung der Badischen Landesbühne Italien in den 1920er Jahren: Ein Familienurlaub soll Erholung bringen, doch für eine deutsche Familie wird er zu einer erschütternden Erfahrung von Ausgrenzung und Ablehnung. Statt Gastfreundschaft begegnet ihr Nationalismus und Diskriminierung – am Strand, im Hotel, im Restaurant, wo Einheimische bevorzugt werden. Aber den Kindern zuliebe wird der Aufenthalt fortgesetzt. Ablenkung verspricht da der Auftritt des Zauberkünstlers Cipolla. Was als harmlose Unterhaltung beginnt, entpuppt sich als verstörende Demonstration von Macht und Manipulation. Cipolla erweist sich als brillanter Hypnotiseur, der das Publikum Schritt für Schritt seiner Willensfreiheit beraubt. Fasziniert und zugleich entsetzt verfolgt die Familie, wie sich die Atmosphäre immer weiter zuspitzt, bis die Grenzen des Erträglichen überschritten werden und sich die Situation in einem fatalen Grauen entlädt. Thomas Manns 1929 erschienene Novelle Mario und der Zauberer zeigt, wie erschreckend leicht sich Menschen verführen lassen. Sie ist ein eindringliches Psychogramm einer Gesellschaft, die bereitwillig dem Faschismus folgt und dabei Verantwortung, Vernunft und moralisches Urteilsvermögen preisgibt. Cipollas Erfolg macht die Fragilität der Willensfreiheit schmerzlich sichtbar – exemplarisch am Verhalten des Ich-Erzählers, der trotz Angst, Abscheu und wider besseren Wissens bleibt, da er sich der Sogkraft des Geschehens nicht entziehen kann.
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