Ausstellung: Hommage zum 100. | Schüler:innen Wolfgang Mattheuers 30.01.2027, 19:00

Wolfgang Mattheuers Bedeutung als Lehrer steht erstmals überhaupt im Zentrum einer Ausstellung. Die Reichenbacher Schau anlässlich des 100. Geburtstages nimmt Wolfgang Mattheuers Wirken als inspirierender Künstlerpädagoge an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in den Blick. 15 künstlerische Positionen, darunter die von fünf Künstlerinnen, werden in der Kunsthalle Vogtland im Neuberinhaus vorgestellt. Eine konzentrierte Auswahl von zirka 45 malerischen, zeichnerischen und druckgrafischen Arbeiten verdeutlicht die inspirierende Wirkung des Jubilars auf die jüngere Generation(en) in einer künstlerischen wie politisch-philosophischen Dimension. Einerseits zeigt die Ausstellung prominente ostdeutsche Künstlerinnen und Künstler, die nach ihrem Studium bei Wolfgang Mattheuer selbst zu wesentlichen Protagonisten der Leipziger Schule und Hochschullehrern in der einflussreichen Institution werden sollten. Zu ihnen gehören etwa die in den 1940er Jahren geborenen Sighard Gille, Wolfgang Peuker und Doris Ziegler. Andererseits verdeutlicht die Auswahl das breite Spektrum von Künstlerinnen und Künstlern, die vom alltagsnahen und gesellschaftskritischen Bildprogramm ihres Lehrers maßgeblich geprägt wurden. Zu diesen zählen der in Halle (Saale) lebende Maler und Grafiker Uwe Pfeifer, bei dem es sich um den wichtigsten Schüler Wolfgang Mattheuers handelt, sowie Malerinnen und Maler wie Brigida Böttcher, Jürgen Schäfer, Hans Hendrik Grimmling, Wolfram Ebersbach und Gudrun Pontius. Die Ausstellung zeigt vielfältige künstlerische Perspektiven und erschöpft sich nicht in motivischen Adaptionen. Somit wird nachvollziehbar, dass Wolfgang Mattheuers Wirkung auf die nachkommenden Künstlergenerationen auf der Vermittlung einer modellhaften und (selbst-)kritischen Künstlerrolle basierte. Diese ließ sich nicht auf elitäre Refugien beschränken und war strikt auf gesellschaftliche Partizipation ausgerichtet. Ihr angestrebter Wirkungsraum blieb der soziale Raum sowie der Status quo des politischen Projektes, dessen Aufstieg, Etablierung und Absturz dieser Künstler in eingreifender Form in und nach dem Ende der DDR begleitete. Aus diesem Grund lässt sich das generationsübergreifende Netzwerk von Lehrer und Schülern nicht allein durch thematische Reminiszenzen verdeutlichen – wie das etwa in der Varianz des von Wolfgang Mattheuer in die ostdeutsche Kunstgeschichte eingebrachten Ikarus-Motivs deutlich wird. Hingegen zeigen die ausgewählten Arbeiten dieser Ausstellung, dass es wie beim Leipziger Maler auch bei „Mattheuers Schülern“ um Kunst als Zeitgenossenschaft im Sinne einer nichtideologischen Lebenshaltung geht. Im Zentrum der versammelten Arbeiten steht die gesellschaftliche Reflexion in figurativ-realistischen Stilformen, welche sich sowohl an der Darstellung des Menschenbildes als auch an den regionalen Traditionsbezügen orientiert. Wolfgang Mattheuers Rolle als Lehrer war an seine wechselnden Positionen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst gebunden. Anders…

Worum es geht

Wolfgang Mattheuers Bedeutung als Lehrer steht erstmals überhaupt im Zentrum einer Ausstellung. Die Reichenbacher Schau anlässlich des 100. Geburtstages nimmt Wolfgang Mattheuers Wirken als inspirierender Künstlerpädagoge an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in den Blick.

15 künstlerische Positionen, darunter die von fünf Künstlerinnen, werden in der Kunsthalle Vogtland im Neuberinhaus vorgestellt. Eine konzentrierte Auswahl von zirka 45 malerischen, zeichnerischen und druckgrafischen Arbeiten verdeutlicht die inspirierende Wirkung des Jubilars auf die jüngere Generation(en) in einer künstlerischen wie politisch-philosophischen Dimension.

Einerseits zeigt die Ausstellung prominente ostdeutsche Künstlerinnen und Künstler, die nach ihrem Studium bei Wolfgang Mattheuer selbst zu wesentlichen Protagonisten der Leipziger Schule und Hochschullehrern in der einflussreichen Institution werden sollten.

Zu ihnen gehören etwa die in den 1940er Jahren geborenen Sighard Gille, Wolfgang Peuker und Doris Ziegler. Andererseits verdeutlicht die Auswahl das breite Spektrum von Künstlerinnen und Künstlern, die vom alltagsnahen und gesellschaftskritischen Bildprogramm ihres Lehrers maßgeblich geprägt wurden.

Zu diesen zählen der in Halle (Saale) lebende Maler und Grafiker Uwe Pfeifer, bei dem es sich um den wichtigsten Schüler Wolfgang Mattheuers handelt, sowie Malerinnen und Maler wie Brigida Böttcher, Jürgen Schäfer, Hans Hendrik Grimmling, Wolfram Ebersbach und Gudrun Pontius.

Die Ausstellung zeigt vielfältige künstlerische Perspektiven und erschöpft sich nicht in motivischen Adaptionen. Somit wird nachvollziehbar, dass Wolfgang Mattheuers Wirkung auf die nachkommenden Künstlergenerationen auf der Vermittlung einer modellhaften und (selbst-)kritischen Künstlerrolle basierte.

Diese ließ sich nicht auf elitäre Refugien beschränken und war strikt auf gesellschaftliche Partizipation ausgerichtet. Ihr angestrebter Wirkungsraum blieb der soziale Raum sowie der Status quo des politischen Projektes, dessen Aufstieg, Etablierung und Absturz dieser Künstler in eingreifender Form in und nach dem Ende der DDR begleitete.

Aus diesem Grund lässt sich das generationsübergreifende Netzwerk von Lehrer und Schülern nicht allein durch thematische Reminiszenzen verdeutlichen – wie das etwa in der Varianz des von Wolfgang Mattheuer in die ostdeutsche Kunstgeschichte eingebrachten Ikarus-Motivs deutlich wird.

Hingegen zeigen die ausgewählten Arbeiten dieser Ausstellung, dass es wie beim Leipziger Maler auch bei „Mattheuers Schülern“ um Kunst als Zeitgenossenschaft im Sinne einer nichtideologischen Lebenshaltung geht.

Im Zentrum der versammelten Arbeiten steht die gesellschaftliche Reflexion in figurativ-realistischen Stilformen, welche sich sowohl an der Darstellung des Menschenbildes als auch an den regionalen Traditionsbezügen orientiert.

Wolfgang Mattheuers Rolle als Lehrer war an seine wechselnden Positionen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst gebunden. Anders…

Text: reservix.de

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